Dies ist eine Fortsetungsgeschichte von diesem Blogeintrag. Kurz gesagt, war ich während meiner Reha, wegen eines Ausbruchs des Norovirus in unserer Kurklinik, ohne selbst erkrankt zu sein vier Tage lang in Quarantäne, weil meine Zimmernachbarin den Virus hatte. Was in der Verbannung am meisten fehlte waren Infos jeder Art. Nicht mal der genaue Grund unserer Quarantäne wurde mir bekannt gegeben. Hätte also auch Ebola sein können.
Am Dienstag wurde meine Quarantäne dann vormittags aufgehoben. Allerdings wurde mir das auch wieder nicht persönlich mitgeteilt, sondern die Info ging mal wieder an meine Zimmernachbarin.
Gut, genau zu diesem Zeitpunkt stand eine Oberarztvisite für mich auf dem Plan, also hab ich die Beine in die Hand genommen um den guten Erzengel in weiß zur Sprache zu stellen.
Hier ein kleines Gedächtnisprotokoll dieser Unterhaltung:
er: Frau K!, sie sind doch in Quarantäne, was machen Sie hier?
ich: Die Quarantäne wurde angeblich grade aufgehoben, aber selbst wenn nicht wäre ich nun hergekommen um mit Ihnen zu sprechen.
er: Was meinen Sie mit angeblich, und wenn sie Quarantäne haben, dann müssen Sie im Zimmer bleiben, sie nehmen so in Kauf, dass ich mich anstecke und dass sich auch andere bei ihnen anstecken.
ich: Sie nehmen auch in Kauf, dass ich mich anstecke. Und das schon seit vier Tagen und zwar ohne jegliche Erklärung, was es mit der Quarantäne auf sich hat und wie lange sie dauern soll. Niemand redet mit mir, meine Zimmernachbarin erhält regelmäßig Anrufe ihres Therapeuten mit Erklärungen zur Sachlage aber ich weiß alles nur über Hörensagen. Und auch ohne eine Untersuchung. Das reicht mir so nicht! Ich wünsche Aufklärung.
er: Ich habe hier ja auch eine ganz andere Verantwortung. Wenn ich mich anstecke, dann kann ich hier meinen Dienst nicht mehr erledigen. Und wenn Sie einen der diensthabenden Ärzte sprechen wollen, dann können Sie das jederzeit. Sie brauchen nur das Pflegepersonal um einen Termin zu bitten.
ich: Schon bevor meine Quarantäne anfing, am Freitag, war ich bei meiner medizinischen Betreuung, Fr. Dr. K. Ich habe ihr meine Bedenken bezüglich meiner Mitpatientin und dem Ansteckungsrisiko erklärt. Sie sagte, ich solle mich mit Cola und Salzsstangen ausrüsten, falls ich Durchfall bekomme und weiterhin, dass sie gar nicht mehr für mich zuständig sei – ich solle einen Termin bei Frau C machen. Also bin ich zur Rezeption um noch einen Termin bei Frau C zu bekommen. Diese war allerdings zu dem Zeitpunkt schon im Wochenende also musste ich bis Montag warten.
Samstag kam dann allerdings schon die Quarantäne und seither habe ich keinerlei weitere Informationen mehr erhalten, ausser was die Mitpatienten per SMS auf dem Flurfunk melden.
er: sicherlich wird Ihnen doch das Pflegepersonal mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben und sie wurden doch auch versorgt. Sie hätten dem Personal jederzeit Redebedarf bei den diensthabenden Medizinern anmelden können.
ich: [erläutere einiges der in den vorigen beiden Blogposts behandelten Themen] Dem Pflegepersonal habe ich ausserdem mehrmals mein Redebedürfnis bekundet. Meine Lieblingsantwort war: Die Mediziner haben zur Zeit so viel mit den kranken Patienten zu tun, dass sie sich nicht auch noch um die Gesunden kümmern können.
er: Klar, [blahfasel, Blahfasel] wir haben hier genaue Anweisungen zur Vorgehensweise und müssen uns an die Szenarien halten, die vorgeschrieben sind. Leider ist es oft auch nicht möglich, Personalengpässe zeitnah so abzudecken dass jeder Individualbetreuung erhält.
ich: Wenn Sie diese Szenarien haben, dann steht da sicherlich auch unter den allerersten Punkten irgenwo etwas von Information aller Beteiligten. Schon allein um eine Panik zu vermeiden und alle im Bilde zu halten über mögliche Schutzmassnahmen die jeder für sich ergreifen kann und auch zum Schutze der anderen. Bis heute ist ja noch nicht mal bekannt gegeben worden, WOGEGEN wir uns hier eigentlich schützen. Das ist einfach nicht OK und ich kann und will mich nicht damit abfinden, ein Zimmer zu teilen ohne zu wissen was überhaupt los ist.
er: Ja, sie haben aber auch das Desinfektionsmittel bekommen und die Pflege trägt Handschuhe und Schutzkittel [blahblahblah] und es ist einfach nicht möglich, hier jeden jederzeit über alle Schritte auf dem Stand der Dinge zu halten.
ich: [nochmal zum Thema der letzten beiden Blogeinträge] weiterhin finde ich die Patienteninfo unerlässlich. Es ist nich hinnehmbar ohne Erklärung tagelang im Stubenarrest zu sein. Wenn Sie lieber mit Patienten arbeiten wollen, die wenig oder keine Info erwarten, dann könnten Sie ja eine Tierklinik eröffnen.
er: Nunja. Lassen sie uns mal über den Verlauf der Therapien reden…..
Zuerstmal Entwarnung: Meine Zimmernachbarin und ich sind nun seit gestern Vormittag unter Auflagen von der Quarantäne befreit worden.
Ich schreib mal, was noch weiter passiert ist, und unter welchen Umständen wir “befreit” wurden. Wer überhaupt nicht weiss, worum es hier geht, sollte sich zuerst mal diesen Artikel hier vorknöpfen.
Sonntag morgen, kurz nach dem Wecken versuche ich die genauen Konditionen der Quarantäne herauszufinden. Die Schwester ist im Stress und erklärt: read more…
So, kleines Update über die Ereignisse der letzten Tage:
Mittwoch: Meine Zimmernachbarin klagt über Übelkeit, geht aber trotzdem in die hauseigene Sauna, weil sie sich dort verabredet hatte.
Nachts bricht sie zusammen, kotzt den Papierkorb voll und weigert sich, das Personal zur Hilfe zu holen.
Donnerstag Morgen rufe ich das Personal zur Hilfe und halte mich read more…
So, nach 14 Tagen in der Klinik ist es jetzt wirklich mal Zeit für einen Zwischenstand um mit meinen Meckereien aufzuräumen und meine Vorurteile über den Schwarzwald zu relativieren.
Ich hatte ja vor meiner Abreise so meine Bedenken ob der Abgeschiedenheit meines neuen Aufenthaltsortes. Um das mal ganz klar zu sagen: das Kaff hier ist echt klein. Überall sind Berge und um kurz nach 18:00 Uhr werden die Bordsteine hochgeklappt. Brauchbare Einkaufsläden gibt es nicht, aber das ist nicht so schlimm, denn nach 8 Monaten Krankengeld bin ich eh fast bankrott.
Die guten Neuigkeiten: Es gibt hier sehr guten Kaffee (nicht in der Klinik, aber im Café Dreher im Dörfli) und es gibt freies WLAN, (welches ein sorgloser Nachbar des Café Dreher nicht verschlüsselt hat).
Die Klinik ist ganz okay. Unterbringung, Therapeuten, Therapieangebote und Mitpatienten sind wirklich sehr sehr gut. (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, aber ich beklage mich eigentlich nur über meine direkte Zimmernachbarin). Das Frühstück ist lecker und das Abendessen ist erste Sahne (die ich natürlich nicht nehme, sondern fast immer die Pellkartoffeln oder den Fisch).
Leider ist unser Mittagessen hier so unsäglich grottig, dass ich beschlossen habe täglich ein Beweisfoto zu machen um mir die Glaubwürdigkeit zu bewahren.
Aber auch dieser Umstand hat natürlich seine positiven Seiten. Ich habe von Freitag dem 15.01. bis zum Mittwoch dem 28.01. bereits 3kg abgenommen. Das ist zwar bei meiner Problematik nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber ich bin sehr optimistisch, dass ich auf einem guten Weg bin.
Mein Tagesablauf ist ziemlich regelmäßig und beinhaltet viele Gesprächs- und Gruppentherapien (für die Seele) und sehr viel Low Impact Sport! Nordic Walking und Zeug. Das macht sogar richtig Spaß. Für die Zeit nach der Reha möchte ich in Essen auf jeden Fall weiter damit machen. Egal, wie idiotisch ich dabei aussehe
Achsoja: der Schwarzwald ist ganz hübsch. Die Berge liegen meistens im Nebel (gottseidank) manchmal schneit es. (Dann heißt es aber trotzdem nicht Weißwald). Die Gegend rund um Zell habe ich bereits erschöpfend zu Fuß erkundet…. und gestern war ich tatsächlich dann mal im geheimnisumwobenen Offenburg. Der Stadt der verborgenen Sushi Restaurants. (Habe keins gefunden). Offenburg ist ganz niedlich. Morgen teste ich es nochmal und Sonntag fahre ich dann nach Straßburg!
Soweit so gut. Ich vermisse mein Ruhrgebiet ganz schrecklich – aber ich bin ganz froh über die Möglichkeiten, die ich hier habe. Viele Grüße an euch da draussen in der weiten fernen Welt!
Bleibt schön wachsam!
Hätte ich gewusst, dass es so schlimm würde, …ich wär nicht auf die Sponsorengeschichte eingestiegen.
Nun muss ich, weil ich versprochen habe, auf meinen Geldgeber etwas aufmerksam zu machen, diese Badekappe tragen. Jegliche noch verbliebene Würde geht somit den Beckenrand runter!
Damit für mich unübersehbar ist, welche Kappe es sein soll, hat der gute übrigens auch noch FÜNF Pfeile drangemacht. Ich werde also für begriffstutzig gehalten, oder?
Jaja…. in meinem hohen Alter gibt es nur noch Hohn und Spott.
Aber ich werde schwimmen. Egal wie!
Bleibt wachsam! Ich geh jetzt schlafen!
Hier gibts die tolle Neuigkeit, dass ich schon einen Sponsor gefunden habe, der mir die Anstrengungen vergoldet:
Der Sprachlose gibt mir 5€ für jede vollendete Viertelstunde beim Totenkopf Schwimmen. (sein Limit liegt bei 2h und ich glaube, meins liegt da auch!!
)
Natürlich muss bei einem Sponsor nicht Schluss sein! Überlege mal, ob du mich vielleicht auch sponsorn möchtest!
Das 24Stunden Schwimmen ist, wie jedes Mal, ein Charity Event. Allerdings ist bisher noch nicht ganz klar, welcher gute Zweck denn bedacht werden soll. Ich halte euch aber auf dem Laufenden. Bis Ende Januar bleibt dieser Post auf erster Stelle!
Übrigens: Stand heute (1.12.2009) haben sich bereits 9 Leute im Mitmach-Doodle eingetragen. Riebiesels Tochter kommt mitsamt ihrem Boyfriend und ihrer halben Schulklasse (Die stehen nicht im Doodle). Ebenfalls (noch) ausserhalb des Doodles möchte Tantchen den Termin nutzen, um nicht nur das Totenkopf Abzeichen zu machen, sondern auch Kindheitsversäumnisse aufzuholen und ihr Seepferdchen zu machen!!
Gib dir einen Ruck! Schwimm mit!!
Alle Fakten zu diesem Event sammelt Riebiesel auf seinem Blog: Kuckstu hier!

